Neurodiversität beschreibt die Vielfalt menschlicher Gehirne und Wahrnehmungen. Auch wenn unser Gehirn ähnlich aufgebaut ist, funktioniert es bei jedem Menschen anders – was zu unterschiedlichem Verhalten, Lernen und Interagieren führt. Menschen mit sogenannten Neurodivergenzen wie ADHS, Autismus oder Lernstörungen verarbeiten Informationen auf ihre eigene Weise. Die Anforderungen an eine gelingende gesellschaftliche und politische Teilhabe unterscheiden sich teilweise erheblich zwischen neurodivergenten und neurotypischen Personen. Auch die Teilhabe am Arbeitsmarkt ist für viele neurodivergente Personen deutlich erschwert.
Neuroinklusion wird in immer mehr gesellschaftlichen Sektoren als zukunftsweisender Ansatz diskutiert und teilweise auch bereits praktiziert. Gemeint ist die Offenheit für neurodiverse Unterschiede, und das Bewusstsein für spezifische Bedürfnisse neurodivergenter Personen. Zugleich bedeutet es die Unterstützung neurodivergenter Personen, und die Wertschätzung für die Vielfalt der Neurodiversität in Strukturen und Prozessen.
Im Seminar beleuchten wir, was Neurodiversität bedeutet, wie verschiedene Länder, Sektoren und Institutionen damit umgehen, welche Rolle Politik, soziale Gerechtigkeit und Inklusionspolitik (z.B. Bildungs-, Arbeitsmarkt- und Gesundheitspolitik) spielen und welche Chancen sich daraus für unsere Gesellschaft und die Betroffenen ergeben. Wir blicken aus Perspektive der Medizingeschichte und -ethik auf die Neurodivergenzen und aus Perspektive der Bewegungssoziologie auf die emanzipatorischen Bestrebungen der Neurodiversitätsbewegung.
Teilnahmebeitrag
310,00 € pro Person im Einzelzimmer*
290,00 € pro Person im Doppelzimmer*
100,00 € pro Person ohne Übernachtung*
*inkl. Verpflegung (ohne Getränke)